Tesla FSD Testfahrten
- Thomas Reinberger
- 2. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Tesla FSD in Europa: Die Zukunft fühlt sich heute schon gut an – und sie kommt schneller als je gedacht
Disclaimer: ich vertrete hier und insbesondere zu allem was Märkte, investieren oder Aktien angeht nur meine eigene Meinung. NICHTS von meinen Inhalten ist Anlageberatung. Du bist immer selbst für Dein Geld und Deine Entscheidungen verantwortlich.
Stell dir vor: Du steigst ins Auto, sagst „Nach Hause“ und liest in Ruhe Mails. Wenn Robotaxis Realität werden, sinkt die Zahl privater Autos drastisch – Schätzungen gehen von 70–80 % weniger Fahrzeugen in Städten aus. Weltweit zeigen Städte wie San Francisco (Bay Area), wo bereits Tausende supervised Tesla-Fahrzeuge und andere Robotaxis im Einsatz sind, dass diese Revolution bereits läuft.
Warum erst jetzt? Der Clash der Rechts-Systeme
Warum fährt FSD in den USA seit Jahren, während wir warten? Es liegt am fundamentalen Unterschied der Rechtssysteme:
1. USA: „Erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist“ (Self-Certification)
Hersteller wie Tesla dürfen neue Technologien auf die Straße bringen, solange sie bestehende Verbote nicht verletzen. Sie zertifizieren die Sicherheit selbst.
Vorteil: Extremes Innovationstempo. Daten werden sofort in der Realität gesammelt, die Technologie reift schnell.
Nachteil: Die Straße wird zum „Labor“. Das Risiko unvorhergesehener Fehler tragen (zum Teil) die Verkehrsteilnehmer.
2. Europa: „Verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist“ (Typgenehmigung)
Bevor ein Rad rollt, muss eine Behörde bestätigen, dass die Funktion explizit erlaubt ist (Homologation).
Vorteil: Sehr hohes Sicherheitsniveau und Verbraucherschutz. Was kommt, funktioniert meist zuverlässig.
Nachteil: Massive Innovationsbremse. Die Regulierung hinkt der Technologie oft Jahre hinterher; Europa verliert technologisch den Anschluss.
Regulierung: Tesla spielt Schach auf mehreren Brettern gleichzeitig
Weltweite Datenbasis: Über 10 Milliarden Kilometer mit FSD gefahren. Tesla hat den größten realen Datenvorsprung
Europa prescht vor (Spanien): Spanien hat als erstes EU-Land eine Testphase für unsupervised FSD-Fahrten (mit Fernüberwachung) genehmigt (ES-AV-Regelwerk). Ein wichtiger Durchbruch.
Länderweise Genehmigungen: Supervised-Demos laufen in Deutschland, Frankreich und Italien.
Unsupervised-Betrieb (USA): Tesla arbeitet intensiv daran, in Austin den ersten kommerziellen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer zu starten.
Die kritische Sicht: Risiken der europäischen Zulassung
Trotz der Fortschritte birgt die europäische Zulassung – getrieben durch das oben genannte Vorsichtsprinzip – erhebliche Risiken:
Regulierungs-Flickenteppich: Nationale Vorstöße wie in Spanien helfen, aber die finale EU-weite Freigabe (UN-R157 und Folgegesetze) bleibt das Nadelöhr.
Überregulierung: Die EU-Anforderungen an funktionale Sicherheit sind extrem hoch. Es besteht die Gefahr, dass FSD in Europa „kastriert“ wird und weniger leistungsfähig ist als in den USA.
Haftungsfragen: Unklare Haftungsregeln bei Unfällen bremsen die finale Zulassung der unsupervised Dienste.
Was X-Nutzer gerade live erleben
Das einhellige Feedback der ersten europäischen Tester ist überwältigend. FSD navigiert flüssiger und sicherer im Berufsverkehr, komplexen Abbiegemanövern, engen Gassen und vollen Parkplätzen als viele menschliche Fahrer in Städten wie Gießen, Düsseldorf, München, Bordeaux, Bologna und Mérignac & Pessac:
Fazit: FSD fühlt sich in echten europäischen Städten heute schon deutlich besser an als Level-2-Systeme der etablierten Premium-Hersteller.
Was das für Tesla und andere Fahrzeughersteller bedeutet
Tesla transformiert sich von einem Autohersteller mit 15–20 % Bruttomarge in eine Software- und Robotaxi-Plattform mit 70–90 % Margen.
Burggraben #1: der Datenvorsprung kann von keinem anderen Unternehmen schnell eingeholt werden, weil kein anderer Hersteller über eine Fahrzeugflotte verfügt, die die Daten bereitstellen könnten.
Burggraben #2: selbst wenn aufgrund neuer KI-Ansätze zum Training von Modellen keine großen Datenmengen mehr benötigt werden würden - die Fertigung einer konkurrenzfähigen Fahrzeugflotte würde mehrere Jahre dauern. Tesla muss nach erteilter Regulierung im jeweiligen Rechtsraum nur noch einen Schalter umlegen, um die Robotaxi-Flotte zu vergrößern.
Der margenstarke Umsatz mit Software wird wachsen, ebenso Service-Umsätze. Durch den zunehmenden Einsatz von Cybercabs wird die Kostenbasis der Service-Umsätze reduziert und die Marge gestärkt.
Ich wünschte, es wäre anders, aber: genauso wie Nokia und Blackberry als Handy-/Smartphonehersteller in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind, als die Smartphones den Markt erobert haben obwohl ihre Akkulaufzeit viel geringer ist als die von Nokia und Blackberry Geräten, so wird in ein paar Jahren niemand mehr Autos ohne vollautomatische Fahrassistenz kaufen wollen.
Kurz: Wer heute Tesla-Aktien hält, investiert in die wahrscheinlich profitabelste KI-Plattform der nächsten Dekade - und wir reden noch nichtmal von Tesla Optimus. Autos ohne vollautomatisierte Fahrsysteme werden zu Nischen- und Liebhaberstücken, der Gebrauchtwagenmarkt für diese Autos wird crashen und die Hersteller dieser Autos werden sich gerade noch so transformieren - oder pleite gehen.
Meine eigene Probefahrt – heute in Parsdorf bei München
In ein paar Stunden bin ich selbst dran: Parsdorf und Vaterstetten. Ich werde einige Kreisverkehre, enge Anwohnerstraßen und Parkplätze filmen. Falls ich ein Video davon machen sollte, lade ich das komplette Video auf X hoch.
Ich bin gespannt, wie entspannt 20–30 Minuten autonomes Fahren in typisch bayerischem Vorort-Trubel wirklich sind.
Die autonome Revolution rollt – und Europa ist endlich mit dabei.
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